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23. April 2022 | Autor

Wie man gute Texte schreibt

Wie man gute Texte schreibt
Wie man gute Texte schreibt

Beim Storytellersamstag auf Instagram wird ein weiteres Mal eine interessante Frage gestellt. Ich könnte den Beitrag, der im Rahmen dessen von mir hier entstanden ist auch mit „Wie man gute Texte schreibt“ betiteln.

Warum? Lies einfach weiter 🙂

Die eigentliche Frage des Storytellersamstags ist:
Können Männer gute Frauen schreiben und umgekehrt? 💁🏼‍♀️💁🏽💁🏻‍♂️

Meine kurze Antwort ist eine Gegenfrage:
🤦🏻‍♂️ Warum nicht?!!

Meine lange Antwort:
(Achtung, hier wird’s erstmal persönlich.)

🚫 Mein alltägliches Erleben ist geprägt davon, dass ich ein anderes Verständnis von Geschlecht habe als die meisten anderen. Daher habe ich auch zu diesem Thema vielleicht eine andere Meinung.

😵‍💫 So verstehe ich diese strikte Trennung zwischen Frau und Mann nicht. In meiner Wohngegend ist bspw. die „münsterländer Runde“ beliebt. Dabei sitzen die Frauen* an dem einen Tisch, während die Männer* an einem anderen sitzen.

😌 Für die meisten scheint das absolut okay so zu sein. Sie fühlen sich wohl unter „ihresgleichen“.

🙅🏻‍♂️ Ich habe mich dabei nie wohl gefühlt.

🤔 Als weiblich sozialisierter Mensch und ebensolcher äußeren Erscheinung wollte ich doch immer zu den Männern gehören. Als einer von ihnen anerkannt werden und ich habe ums verrecken nicht verstanden, wo das Problem dabei ist!

🙋🏻‍♂️ „Ich bin doch wie ihr“, hab ich gedacht.

👽 Ich wurde mein Leben lang als Mädchen/Frau gesehen, so behandelt und kategorisiert. (Ja, liebe Leute, diese Kategorisierung existiert. Wer es noch immer nicht glauben mag: Achtet mal nur einen halben Tag lang bewusst auf Dinge, die gegendert sind. Oder auf Worte, bei denen sich die meisten nichts denken, die für manche einen Schlag in die Magengrube darstellen können.) Gefühlt habe ich mich dagegen mein Leben lang als Junge/Mann.

🙇🏼‍♂️ Als Kind habe ich eher wie ein Junge gelebt, meine Ma war da zum Glück echt cool und hat mich nirgendwo reingedrängt. Im Teenageralter wusste ich, wie wohl viele Gleichaltrige, nicht wer und was ich bin. Dann habe ich mich eine Zeitlang als Frau versucht (weil das eben so zu sein hat) und nun … naja. Nun bin ich auf der Reise zu mir selbst.

Warum erzähle ich das?

✅ Mir ist mittlerweile bewusst, dass meine Identität dafür sorgt, dass ich einen anderen Blick auf das Thema Geschlecht habe. Ich zerbreche mir den Kopf über Dinge, da denken andere nicht eine Sekunde drüber nach. Ich fühle mich ausgeschlossen, obwohl ich vermeintlich dazugehöre. Ich sehne mich nach Anerkennung, die für andere völlig selbstverständlich ist.

🧘🏻‍♂️ Auch, wenn ich es lange Zeit glauben wollte, weil ich mich selbst noch nicht verstanden hatte: Das Geschlecht ist nicht so unwichtig, wie ich es gerne hätte. Es ist aber auf eine andere Weise wichtig, als viele glauben. Es ist wichtig für die eigene Identität. Sonst nichts!!!

💅🏼 Alles, was darüber hinaus geht ist dieses ominöse soziale Konstrukt, wovon immer alle sprechen. Oder Oberflächlichkeiten wie Kleidung, Make-up etc.

🙆🏽 Deshalb bin ich der Meinung, dass ein Mann natürlich auch einen weiblichen Charakter schreiben kann, eine Frau einen männlichen. Alles dazwischen genauso.

Was hat das jetzt damit zu tun, wie man gute Texte schreibt?

☝🏼Als Autor:in sollte man offen und flexibel sein. Man schreibt über so vieles, was man selbst nicht erlebt/macht etc.

✨ Habe ich bspw. erlebt, wie es ist, mit einem Element verbunden zu sein, dass mir, wenn ich Pech (oder Glück, je nach Auslegung) habe Kräfte beschert, die mich unter Umständen selbst zerstören können?

🧝🏼‍♂️ Obviously not.

🔮 Klar, beim Fantasy-Schreiben kann ich mir das alles ausdenken, rumspinnen, fantasieren. Das ganze muss dann „nur“ noch glaubhaft verpackt werden.

Ist es schwerer, eine Realität abzubilden?
💭 Da kommt es natürlich auch auf das Thema an. Wenn ein cis Mann im Stil einer Biografie von Diskriminierungserfahrungen einer Frau schreiben möchte, ist da schon mehr Recherche, Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen gefragt. Auch die Absicht, die als nicht selbst betroffener Mensch dahinter steckt, wäre dabei interessant.

📝 Da sind wir genau beim Punkt: Um über etwas zu schreiben, musst Du es nicht unbedingt selbst erlebt haben. Aber Du musst mindestens ordentlich recherchieren, ggf. Erfahrungen jener sammeln, die es erlebt haben, aufmerksam beobachten, zuhören und Einfühlungsvermögen haben.

📚 Alles Eigenschaften, die es meiner Meinung nach für einen guten Roman ohnehin braucht! Ganz gleich, welches Geschlecht die Figuren haben.

☀️ Und nicht nur als Autor:in macht man sich und seiner Umwelt das Leben angenehmer, wenn man mit offenen Sinnen hindurch geht.

—-

❓Wie siehst Du das?
Schreibst Du selbst lieber Charaktere Deines eigenen Geschlechts?
Und als Leser:in: Fällt Dir auf, wenn die:der Autor:in ein anderes Geschlecht als die:der Hauptprota hat?

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