Blog

7. Mai 2022 | Autor

Rezension: Von sie. Zu er. Zu mir.

Buchrezension: Von sie. Zu er. Zu mir.
Buchrezension: Von sie. Zu er. Zu mir.

Heute gibt es eine weitere Rezension: Von sie. Zu er. Zu mir. von @karulevingrunwald aus dem @editioin_assemblege Verlag (beide Links führen zu Instagram).

Mich hat der Titel direkt angesprochen, da dieser vermuten lässt, dass es hier nicht darum geht, möglichst gut in eine Rolle zu passen, sondern eben wahrhaftig zu sich selbst zu finden.

Diese Erwartung erfüllt das Buch für mich. Denn es thematisiert zum Beispiel die Frage „Muss ich verstecken, dass ich trans bin oder kann ich damit offen und authentisch Ich sein?“

In diesem Buch gibt es keine durchgehende Geschichte, aber Charaktere, die man ein Stück weit in den Kurzgeschichten begleiten kann. Neben diesen ist auch Lyrik enthalten und zu jedem Kapitel gibt es biografische Anmerkungen des Autors* Karu-Levin. Dabei wirkt er reflektiert und sich seiner Privilegien bewusst. Dass er diese im ersten Teil des knackigen Buches offen darlegt, finde ich super. Denn das Leben bleibt vielschichtig. Trans oder nicht.

Neben dieser Selbstreflexion finden sich auf den ersten Seiten auch kurze Erläuterungen von zum Thema gehörenden Begriffen, die das Buch auch für „Einsteiger“ empfehlenswert machen.

Richtig los geht es dann mit dem Text „Auf zur Schlacht. Versuch XY“ und gemäß diesem Titel sind die darauf folgenden Geschichten ein wenig schwermütig. Besonders bedrückend fand ich eine Situation während eines Familienessens. Da hätte ich mir an einer Stelle eine schlagfertige Entgegnung gewünscht, weil mich eine Aussage beim Lesen schon so aggressiv gemacht hat. Gleichzeitig kann ich verstehen, dass es in so einem Moment nicht immer leicht ist, zielsicher „zurückzuschlagen“ (verbal natürlich!).

Umso erleichterter war ich, als die Geschichte „Ganz oder gar nicht“ den inneren Konflikt (das Verstecken) dann aufgelöst hat. In diesem Abschnitt hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass die Person vollkommen zu sich steht. Das ist wirklich schön zu lesen gewesen.

Richtig gut fand ich auch „Dausels Kabinett der Alltagskostüme“. Zum einen verdeutlicht sich hier noch mal die Reflexion des Autors* und es zeigt, dass doch irgendwie jeder Mensch mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, was Erwartungen und Selbstdarstellung angeht.

Ich kann dieses Buch jedem Menschen empfehlen, der einen nicht-binären Blick auf das Thema sucht und mehr Verständnis für trans Personen entwickeln möchte.

—-

❓Spricht Dich das Buch an?

Diese und weitere Infos findest Du auch auf Instagram. Folge meinem Kanal cequ_autor und lass mir gerne Deine Gedanken in den Kommentaren da.